Als Antragstuck werden frei modellierte Ornamente an Wand- und Deckenflächen im Innen- und Außenbereich bezeichnet. Hierfür werden Vorzeichnungen mittels einer Pause auf die Flächen übertragen um dann die Ornamentik mit geschmeidigen Mörteln in Form zu bringen. Interessant ist es zu beobachten, wie das Material unter dem persönlichen Einfluss und Temperament des Gestaltenden den plastischen Schmuck wirken läßt.

     


Oft ist die Stuckdekoration bis zur Unkenntlichkeit überstrichen. Mit der Abnahme der Farbschichten bekommt der Stuck seine plastische Tiefe und Ausdruckskraft  zurück. Für Freilegungen können unterschiedliche Methoden angewandt werden. Eine Dünnung des Farbpaketes bis auf einen Zwischenzustand ist eine  schwierige und zeitaufwendige Arbeit.

     


Grundsätzlich versteht man unter Putz und Stuck alle mit Hilfsmitteln bewusst in Form gebrachte erstarrte Mörtel. Die dafür angewendeten Techniken sind  vielfältig, territorial verschieden und vom Einfallsreichtum des Auszuführenden  geprägt. Ziel ist es jedoch immer mit  Kalk-, Gips- oder  Zementgebundenen  Mischungen schützende und schmückende Funktionen am Bauwerk zu übernehmen.

     


Die Verwendung von Stuckmarmor, auch Kunstmarmor genannt, gelangte wohl im Barock zu Ihrer Blütezeit. Er galt als Ersatz für natürlichen Marmor aber auch als architektonische Ausdrucksmöglichkeit eines neuen Farbenspiels was die Natur nicht hergibt. An der Verwendung der Hauptbestandteile wie Alabastergips, Knochenleim und Farbpigmenten hat sich über Jahrhunderte nichts geändert.

     


Schon seit Jahrhunderten arbeiten Stuckateure mit der Vervielfältigung von  Stuckelementen. Somit ist es unumgänglich als Fachmann die Grundkenntnisse des Formenbaus zu verstehen. Als Material für die Negativform fanden in der  Vergangenheit Ton, Wachs und Knochenleim Verwendung. Heutzutage benutzt man Silikonkautschuk um originalgetreue Abgüsse herstellen zu können.

     


Stuckierungen an Fassaden waren schon immer Merkmale der Individualität des  Hauses aber auch architektonisches Ausdrucksmittel verschiedener Stilepochen.
Zusätzlich zu der Verwendung verschiedener Putze spielen Gesimse und Ornamente eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Fassade.